Ein kleines Hallo.

Eigentlich muss gar nicht viel gesagt werden.

Hier werden Momente geteilt, die mich dazu veranlassen, Stift und Papier in die Hand zu nehmen und sie aufzuschreiben. Die es verdient haben, festgehalten zu werden. Es geht nicht um die großen und wilden Feiern, sondern um Alltagsmomente und Gedanken, die das Leben prägen.

Wer liest der liest, wer keine Lust hat, der nicht.

 

Lebenszeit 

Weil das Leben auf der Erde endlich ist und Begegnungen Momentaufnahmen im großen Stil bedeuten, wenn man sie zulässt, ist Arbeit und Pflicht und Zwang nur ein Bruchteil dessen, was ich fühlen möchte. 

Und weil ich mittlerweile merke, dass ähnlich denkende Menschen mich in meinem Weg bestärken, gleitest du immer weiter aus meinem Sichtfeld. 

Und es sind nicht die inneren Werte, die tiefsten Verbindungen, die mir nicht reichen, sondern der Fakt, dass Leben für mich mehr ist als Geld und Sicherheit und Getragensein. 

Leben bedeutet Angst überwinden in Situationen, in denen weder vor noch zurück als Option genannt wird. 

Leben ist, was passiert, wenn Zeit vergeht, und nicht, was in kleinen freien Zeitfenstern unter Stress als „Freizeit“ verkauft aber nie gelebt wird. 

Und weil Leben für mich vor allem spüren bedeutet, bleibe ich sitzen im kühlen Sommerregen und atme weg, was traurig macht und Herzen zerreißt. 

Denn dein Leben und den Umgang mit dir selbst, wenn du Tag für Tag nur an Arbeit denkst, macht mich traurig und wütend, weil ich tief im Inneren weiß, dass du mehr bist als ein Rad in einem System, dessen Logik mir bis heute so widerstrebt. 

Bitte bleib‘ stark. Und komm‘ irgendwann zurück. Als der, der du warst, bevor du vermeintliche Pflichten und seltsame Ziele für dich selbst empfunden hast. 

Und in solchen Momenten, in denen ich denke an dein Leben und dich, wünsche ich dir einen guten Morgen, in der Hoffnung, dass du nicht daran zerbrichst.  

Blickwinkeldrehung 

Wenn der Blick in den Spiegel nicht mehr über Gefühle entscheidet. 

Wenn dein Maß nicht mehr leere Hüllen anderer Menschen sind sondern du an dir selbst wächst. 

Wenn du nicht wartest, aufgefangen zu werden, sondern lernst, dass du dich selbst am Besten heilen kannst. 

Wenn der Fokus auf Unwesentliches verschwimmt und der Blick auf wahre Werte klarer wird.

Wenn du dankbar wirst für echte Gesundheit und der Preis für Schönheit nicht mehr das Quälen des Körpers bedeutet. 

Dann bist du frei. 

Frei in Bewegung. Frei ohne Angst. Ohne die Angst zu fallen oder unsanft zu landen. 

Und weil ein Verständnis für das Warum so viel heilen kann, versuchst du achtsam und in Gedanken konzentriert durch das Leben zu spazieren. 

Wachheit und Freude an dem was du tust sind Medizin an grauen Tage und  bei wirren Gedanken. 

Und weil du niemandem außer dir selbst gerecht werden musst, wird dein Lachen echter und die Fröhlichkeit tiefer. 

Oberflächen kratzen und polieren kann dein früheres Ich perfekt. 

Doch nun schaust du durch die noch neblige Scheibe. Und es ist erstaunlich, wie viel zu sehen ist, wenn man genau hinsieht und sich Zeit nimmt, die Dinge zu erfahren. 

Und während du „create a life that feels good on the inside“ in dein Gehirn flüsterst, siehst du Leid verschwinden und Neues entstehen. 

Love others, hate yourself 

Gegen alle Regeln der Kunst eines glücklichen Lebens hast du über Jahre geübt, welche Gedankenwege den Selbsthass schüren. 

Und wenn der erste Stein gefallen ist, fällt der Rest von allein. Stein für Stein, Wort für Wort, Schmerz für Schmerz, mitten in dein Herz herein.
Und wenn es nicht mal mehr drückt, weil du gelernt hast zu ertragen und ein Lächeln trotz innerer Leere strahlt wie die Sonne an sommerhaften Tagen, dann sei dir bewusst, dass der einzige Mensch, der deine Trauer sieht, du selbst bist und niemand sonst sehen kann, was deine Seele quält.
Und wenn du dann wie gewohnt Tag für Tag, Einsamkeit unter Menschen und Trauer in der Fröhlichkeit erträgst, fragst du dich an jedem dieser grauen Tage, wann endlich wieder Platz ist für Wasserfarbe in deinem Blick auf dich selbst. Und bis dahin nimmst du den Edding und versuchst nicht so fest zu drücken um aus tiefschwarz ein grau zu machen, wenn du schreibst, was du fühlst.
Und solang der Mut den Zweifel schlägt, lässt du Stimmen in dir schimpfen und wettern und spannst deinen Regenschirm auf, um zumindest von oben gewappnet zu sein Gegen Wortregen und Hagel.
Doch weil der Sturm auch seitlich in den Nacken und unter die Jacke zieht und dir Gänsehaut beschert merkst du wieder und wieder, wie ausgeliefert du jeglichen Wetterfronten und Schwankungen bist.

Und während du Liebe auf der ganzen Welt verteilst,bleibt für dich selbst nichts übrig. Denn selbst dein letztes Hemd kannst du dir nicht behalten, weil du denkst, dass du allein es nicht verdienst, auch warm und geboren in dir selbst Liebe zu emlfinden, die dich wärmt in düsteren Tagen. 

Und Zeit für mich bedeutet Leben 

Weil ich tue was ich mag, wenn ich ganz für mich bin ohne Menschen. 

Ohne Hast und Rücksicht auf wie ich sein möchte für die andern. 

Weil ich, wenn ich nur mit mir bin, nur mir selbst treu und angenehm sein muss ; und jenseits von Rollen und selbst kreierten Ansprüchen an das eigene Ich kann ich dann leben wie ich möchte. 

Entscheidungsfreiheit nur für mich. 
Und dann tun oder auch lassen. Oder auxh beides wenn es beliebt. Ohne die Angst, andere zu nerven oder zu hassen, obwohl man alles von sich gibt.  
Denn nur mit mir selbst sein ist Urlaub für Herz und Bauch. 
Einfach leben ohne Reden. Und Seele baumeln lassen auch. 
Und dann, wenn ich mir selbst genug bin, fange ich an, zu genießen was ich bin, weil erst in der Ruhe meiner selbst kann ich alle Seiten und Lagen und Kanten ganz unverblümt freilassen ohne Angst. 
Und so lerne ich mich kennen, in der Zeit mit mir allein. 

Das ist hart aber herzlich, und dass Wahrheit schmerzt kann ich nun sagen für mich allein. 
Sich selbst genug sein ist mein Ziel. Das Leben atmen. Momente schätzen und die Neugierde nie verliern. 
Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt, und wer ständig vor sich wegrennt, verliert sich bestimmt. 

Verwirrte Welt 

Ich sitze im Bus zwei älteren Damen gegenüber, als wir an der Wiesbadener Tafel vorbei fahren. 

Dame 1:“ Ach ja, hier konnten die heute wieder essen holen.“ 

Dame 2:“Jaja, aber die müssen schon ausweisen, dass sie es auch brauchen“ 

Dame 1:“ Jaja, Ich weiß, Ich weiß. Aber letztens war da ein junger Mann. Der hatte auch viele Taschen voll mit essen. Aber der hatte auch beide Armer komplett voll mit Tattoos. Von oben bis unten.“ 

Dame 2: „Mhm, für sowas ist dann Geld da. Und Handys haben die ja auch alle.“ 

Dame 1: „Ja, und auch immer die neusten Geräte“ 

Während die Damen weiterphilosophieren schaue ich mich im Bus um und sehe ein Kind, welches ich von meiner Arbeitsstelle in einem Hort kenne.  Ich gehe hin um es zu begrüßen. Während ich frage wie es ihm geht, sehe ich 3 volle Taschen um das Kind stehen. Mir rutscht das Herz in die Hose. Denn ich kenne das Kind nun schon länger und war immer der Ansicht, es sei eines der Kinder, die ausnahmsweise mal nicht in Armut und schwierigen Familienverhältnissen lebt. 

Während ich versuche, mir nicht anmerken zu lassen, wie mich die Tatsache, dass ein so aufgewecktes und nach außen hin „normal“ wirkendes Kind für seine Family bei der Tafel essen holt, unterhalten sich die beiden älteren Damen über die Unverschämtheit von ESWE, dass die meisten Busse ja ständig mindestens zwei Minuten zu spät kommen würden. 

Ich steige an der nächsten Haltestelle aus, weil ich es nicht mehr aushalte. 

In solchen Situationen wird mir bewusst, wie gespalten,unaufgeklärt und kann die Gesellschaft heutzutage ist. 

Vielleicht hätte ich mich in das Gespräch der älteren Damen einklinken sollen. Vielleicht hätte ich zumindest eine Kleinigkeit sagen sollen. 

Leider fehlen mir in solchen Momenten oft die Worte. 

Und vor allem war ich geschockt drüber, dass mir durch das Kind so krass die Augen geöffnet wurden, was verstehen Armut bedeutet und welche Belastung es für Kinder sein muss, auf die Versorgung durch Tafeln angewiesen zu sein und dann im Bus noch solche unreflektierten, stereotypestärkenden Gespräche hören zu müssen. 

Dass nicht die Menschen, die in Armut leben, sondern  strukturelle Missstände der Gesellschaft und Politik Ursache von Armut sind, wird viel zu oft vergessen. 

Ist es so schwer, andere Menschen wertschätzend und respektvoll zu behandeln? Und vielleicht ein klein wenig hinter die Kulissen und Vorurteile zu blicken, bevor ich mit abwertenden Phrasen um mich werfe und mich in meinem kleinen Universum um Luxusprobleme kreise?  

Augen auf und nachdenken wäre manchmal nicht verkehrt. 

Nicht mehr.

Platz machen.

Platz machen für freundliche Menschen. 

Für Menschen, die genießen können. 

Genießen und wertschätzen, was das Leben bringt. 

Das Leben bejahen und nicht zweifeln. 

Und Zweifeln keinen Raum geben, weil es sich letztendlich doch nicht lohnt.  

Ich kann das nicht. Hab verlernt wie Positivdenken und mit Freude leben geht. 

Und ferner als je zuvor beobachte ich Lebensmut aus der Ferne und frage mich, wie viele Schritte ich gehen muss. 

Und ob ich ihn einhole ist nicht gesagt.  

Euretwegen noch immer da 

Party. Keiner will, dass ich gehe. Deshalb bleib‘ ich. 

Es ist egal wie müde ich innerlich bin. Ich bleibe. 

Weil ihr es euch wünscht und ich keine Enttäuschung ertragen kann, bleib‘ ich. 

Augen zu und durch. Der Lieblingssatz im Leben.

Denn selbst wenn Vieles für mich an Wertigkeit und Sinn verliert, bleibt eure Fröhlichkeit, die ich nicht trüben will. 

Gehen ist egoistisch. Zumindest in diesem Moment. 

Und deshalb bleib‘ ich und halte mich selbst aus in all der Hasssprache gegen mich selbst. 

Und auch wenn ihr das nicht seht, weil mein Lächeln selbst tiefste Abgründe vernebelt, versuche ich, es mir hinter starken Mauern aus vermeintlicher Sicherheit und Souveränität gemütlich zu machen so gut es irgendwie geht. 

Und während ihr feiert, summe ich meine eigenen Lieder, wippe leicht mit dem Fuß, lass‘ mich wieder in Gedanken versinken und lächle ein bisschen trotzig dem nächsten Tag entgegen. 

Träumen wird man wohl noch dürfen

In einer Welt die geprägt ist von „du musst“ und „ich sollte“ fällt es schwer, sich zu winden aus Strukturen, die  an all deinen Kräften zerren, und die Sorgen vermehren so schnell es nur geht. 

Und wenn mal wieder vermeintlich kein Platz ist für Freiheit und Gedankenpausen, die so gut tun zum Sein, dann bin ich so dankbar, dass Menschen existieren, die mich in wahnsinnig angenehme Gedankenwelten katapultieren.

Mit denen ’ne Demo wie Urlaub und ein Kaffee wie Mediation, mit denen Träumen noch möglich ist und jeglicher Unmut verschwimmt zu Trotz und Freude und Lebensmut. 

Und weil es genau das ist, was das Leben wert ist und was es lohnend macht, nicht vorzeitig zu gehen, bleib ich wo ich bin und genieße das Leben mit allem, was es bringt.

Und weil wir nicht nur gemeinsam träumen sondern Schönes wahrmachen im Miteinander und im Austausch der wuseligen Gedankenwelten, freue ich mich über jeden Tag, der neue Zeit zum leben bringt.

Und so sag‘ ich tschüss zu Strukturen, und vor allem zu Gedankenkonstrukten, die mich verharren lassen in Unzufriedenheit und Wut. Und ich sag hi zu allem und jedem, das oder der oder die mir begegnet. 

Danke, dass du da bist, und dass es euch gibt. 

Denn Freunde sind überlebenswichtig in Zeiten von Gedankenstau und Gefühlskrieg.

KörperDanksagung~ 

Danke Körper, dass du da bist. 

Dass du nach so vielen Jahren Qual und Schmerz noch immer mitträgst, was ich von dir verlang‘. 

Längst hätt‘ ich verstanden, wenn du gegangen wärst, weil dir Leid zu weh und Hass zu schlecht getan hat. 

Danke Körper, dass du da bist. 

Und danke auch für all die Male, in denen du stärker warst als meine Seele und der Geist.

Danke, dass du nie verlernst, dich selbst zu erhalten, auch wenn alles um dich herum und in dir selbst sich danach sträubt. 

Danke Körper, dass du da bist. 

Und nach all den Zumutungen und Eskapaden bleibt mir nichts anderes übrig, als zu sagen, dass ich dankbar bin, für was ich hab‘. 

Mein Körper lebt, er ist gesund. Er tut was er kann, Tag für Tag. Das ist der Grund, warum ich ihn mag. 

Danke Körper, dass du da bist. 

Und weil ich dich erhalten möchte so lang es geht, verspreche ich dir, Gedankenmonstern Widerstand und dir eine wohlige Umgebung zu leisten, in der innen und außen strahlen und voller Lebensfreude Hand in Hand in den Sonnenuntergang laufen. 

Und noch ein letztes Mal flüstere ich verlegen: „Danke Körper, dass du da bist.“